Funktion der Reverion-Einheit

Brennstoffzelle statt BHKW

Die innovativen reversiblen Brennstoffzellen-Kraftwerke von Reverion sorgen für Energie bei der BEG und mehr Stabilität im Stromnetz

Bio Energy Glonntal GmbH wird ihren Eigenstrombedarf nicht mit klassischen BHKW erzeugen, sondern mit Hilfe von Brennstoffzellen der Firma Reverion aus Eresing am Ammersee.

Reverion ist ein sog. „Spin-off“- Unternehmen der TU München und beschäftigt sich seit Jahren mit der Verbesserung des Brennstoffzellensystems. So konnte der elektrische Wirkungsgrad der Brennstoffzelle von guten 60% auf den Spitzenwert von 80% gesteigert werden! Damit ist deutlich weniger Gas notwendig, um Strom zu erzeugen.
Das bei der Umwandlung von Methangas in Strom frei werdende CO2 wird nicht etwa in die Luft abgegeben, sondern in die ohnehin vorhandene CO2-Infrastruktur der Anlage überführt und kann von dort für industrielle Anwendungen weiterverwendet werden. Auch hier entsteht so eine Nutzungskaskade.

Das Reverion-System kann aber noch mehr: Es ist reversibel. Das bedeutet, innerhalb weniger Sekunden kann die Anlage vom Brennstoffzellenbetrieb auf Elektrolysebetrieb umschalten. Wie aus dem Physikunterricht vielleicht noch bekannt ist, wird bei einer Elektrolyse Strom in Wasser geleitet, und dieses dann in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespaltet. Der so entstandene Wasserstoff wird mit dem gespeicherten CO2 zu synthetischem Methan verbunden. Dieses Methan wird dann ebenfalls in die Gasleitung eingespeist und steht damit im Gasnetz zu Verfügung.

Der Strom für den Elektrolysebetrieb kommt aus dem Stromnetz, und zwar immer dann, wenn zu viel Wind- und Solarstrom vorhanden ist. Leider muss der Netzbetreiber dann Windräder und PV-Anlagen abschalten. Die Alternative dazu sind abrufbare Stromverbraucher, wie das beschriebene Elektrolysesystem. Anstatt ein Windrad abzuschalten, fordert der Stromnetzbetreiber das Einschalten des Verbrauchers an, damit das Stromnetz stabilisiert wird. So wird aus überschüssigem Strom synthetisches Methan, oder „power to gas“ als intelligente Stromspeicherlösung im Gasnetz. Selbstverständlich kann auch „nur“ Wasserstoff erzeugt werden, das ist dann die Option für die Zukunft.

Am Knoten Odelzhausen musste das Bayernwerk im Jahr 2022 an mehr als 4.600 Stunden im Jahr wegen sog. Netzengpässe eingreifen (einzusehen unter https://www.bayernwerk-netz.de/de/energie-einspeisen/redispatch-2-0/veroeffentlichungen-rd/abgeschlossene-massnahmen.html). Durch den geplanten Zubau von Windkraftanlagen wird sich diese Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter verschlechtern.

Die Biogasanlage Glonntal kann also auch hier Systemunterstützung geben und eine starke Rolle in der Nutzung regenerativer Energie einnehmen.
Durch die kurze Distanz zum Reverion-Sitz ergibt sich außerdem die Möglichkeit, die Anlage als speziell überwachtes Versuchsobjekt weiter zu optimieren und zu verbessern.

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